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Die unsichtbare Welt

Die sichtbare Welt ist mit allen fünf Sinnen erfassbar, nicht nur sichtbar, sondern auch zu hören, riechen, fühlen, schmecken. Ein Haus können wir nicht nur sehen und betasten, die meisten Häuser haben auch ihren eigenen Duft: das neugebaute wie das alte muffige. In Violas Haus duftet es allezeit nach Veilchen, und bei Christine nach Küche. Es ist auch zu hören, wenn wir Normalsichtigen das auch nicht beachten, nicht üben und darum nicht erfassen können. Mein Vater, blind von Geburt, konnte mir nach dem Hall unserer Schritte fast alle Toreinfahrten melden, erstrecht einmündende Straßen. Aus dem Widerhall hörte er sie.

Die Düfte können wir inzwischen auch mit Apparaturen messen. Die gasförmigen Duftstoffe kann man auf mancherlei Art nachweisen und alles, was wir mechanisch, chemisch oder sonst wie wissenschaftlich nachweisen können, gehört der sichtbaren Welt an.

Wir schmecken in unseren Speisen allerlei Gewürze, die zumeist von Pflanzen unserer sichtbaren Welt stammen, also dieser angehören.

Wir hören die Stimmen der Mitmenschen, die Laute der Tiere, das Brummen unserer Motoren. Wir wissen dass allem Schall Schallwellen zugrunde liegen und können diese in Lichtwellen transponieren, so dass wir uns eine Symphonie auch ansehen können, allerdings haben wir davon viel weniger Genuss, als vom Hören. Dazu schufen unsere Komponisten ihre Werke. Wir zählen alle Kompositionen, die ja auch als Noten niedergeschrieben wurden, der sichtbaren Welt zu.

Die unsichtbare Welt ist in diese sichtbare eingebunden und ein Teil davon uns verfügbar. Z. B. Mathematik und Geometrie. Durch aufgeschriebene, mit der Logik dieser Welt erstellte Formeln und Zeichnungen sind beide mit der sichtbaren Welt verbunden. Aber die transzendenten Zahlen, z. B. pi (3,14…) weisen über diese Welt hinaus.

Zur unsichtbaren Welt gehören auch alle musikalischen Kompositionen, Märchen und Dichtung, plastische und graphische Kunstwerke, die in ihrer konkreten Gestalt der sichtbaren Welt angehören. In ihrem transzendenten, irrationalen Teil gehören sie der ewigen Welt an.

 

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