Die Dreieinigkeit von Raum und Zeit.

Wir (die Mathematiker oder Geometer) haben die drei Dimensionen geschaffen, um dadurch Körper als Realitäten bestimmen und messen zu können.

Für die meisten von Menschen geschaffenen Körper treffen Länge, Breite und Höhe als die drei Grunddimensionen zu. Wir Menschen bauen gern kubisch: Tisch, Stuhl, Schrank, Bett, Wagen, auch unsere Autos bis etwa nach dem zweiten Weltkrieg.

Anders Gott oder – wenn jemand so will – die Natur: Himmelskörper, Pflanzen, Tiere und Menschen sind zum größten Teil rund. Wollen wir deren Körper berechnen, so müssen wir Halbmesser und Höhe und dazu die irrationale Zahl Pi benützen. Auch in diesem Fall also drei – ja was? Dimensionen? Lassen wir das einmal auf sich beruhen, stellen aber fest: Es sind immer drei Zahlen (Länge, Breite, Höhe oder Halbmesser, Pi und Höhe) die wir zur Berechnung benötigen.

Jeder Körper dieser Welt ist also eine Einheit aus drei …! Dreieinigkeit des Raumes heißen wir es.

Eine zweite Dreieinigkeit kommt hinzu: Die dreieinige Zeit. Denn jedes Sein hat Anfang und Ende in der Zeit, und diese setzt sich aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammen.

Das muss nun auch genauer bedacht werden. Was ist die Zeit? Diese Frage können wir nicht beantworten, wir können aber feststellen, dass sie messbar ist, also ist sie. Wir wissen, dass wir Lebewesen die Zeit subjektiv erfahren, Minuten die sich zu Ewigkeiten dehnen und Sekunden, die unbeschreiblich erfüllt sein können. Davon soll hier nicht die Rede sein. Wir sprechen in diesem Zusammenhang allein von der objektiv, z. B. mit der Uhr messbaren Zeit. Wir nennen sie die lineare Zeit. Keiner weiß, wann sie begonnen hat. Keiner weiß, wann sie enden wird. Alle wissen wir: Die Vergangenheit wächst ständig und die Zukunft nimmt ständig ab. Und die Gegenwart? Was ist die Gegenwart? Gibt es sie überhaupt? Ist sie nicht der Augenblick, der noch nicht da und eben schon vergangen ist? Nunc aeternum! Ewiges Jetzt! Könnte man nicht auch Ewiges Nie sagen? Ist es nicht der Punkt, welcher Vergangenheit von Zukunft scheidet? Rückt er auf der Linie unaufhaltsam vor oder steht er fest und hinter ihm wächst Vergangenheit und vor ihm schrumpft Zukunft?

Als Gott dieser Welt haben wir Menschen uns der Gegenwart bemächtigt, oder – präziser gesagt – versuchen wir uns der Gegenwart zu bemächtigen, indem wir sie ausdehnen. Heute ist Gegenwart, das ist dann schon dieser Tag, diese vierundzwanzig Stunden. Oder nur noch der Rest bis Mitternacht? Wir sagen: Morgen verreise ich, und beziehen das Morgen in unsere Gegenwart ein, aber wir vergegenwärtigen uns auch die Vergangenheit. So gesehen hat die Gegenwart auch ihre „Dimension", ihre Ausdehnung.

Vergangenheit, diese nie genau begrenzte Gegenwart und Zukunft bilden in ihrer Dreieinheit die Zeit, unsere Zeit, die nie unser ist, vielmehr, der wir unterworfen sind.

DREIEINIGKEIT der Räumlichkeiten und DREIEINIGKEIT der Zeit unzertrennlich miteinander verbunden bilden Grundlage der Welt in der wir leben.

Und warum soll die DREIEINIGKEIT Gottes ein Widerspruch in sich sein?

 

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