Der Mann in der Mitte

ER wurde in der Mitte der Zeit geboren, damals als sie erfüllt war (Gal.4,4). Darum werden die Jahre nach IHM gezählt, auf IHN hin und von IHM weg. ER steht in der Mitte. Eigentlich hätte er am ersten Januar des Jahres Null um Null Uhr geboren werden müssen, dann stimmte die Mathematik vollkommen. Aber ER will ja gar nicht der Herr der Mathematik sein. Nein, es kommt viel schlimmer: ER passt in keine Rechnung. Wir dürfen IHM vertrauen, können in allen Nöten mit seiner Hilfe „rechnen", sofern wir die nicht berechnen. „… in Schanden lässt er nimmermehr!" (EG 397,1)

Unsere Rechnungen bringt er alle durcheinander. Nicht nur Tag und Monat, nicht einmal das Jahr seiner Geburt kennen wir. Eines wissen wir gewiss: ER ist einige Jahre vor seiner Geburt geboren. Wenn wir es ganz genau bestimmen wollen: Vor aller Welt, vor aller Zeit, von Ewigkeit her. Doch nach menschlichen Rechnungen und als Mensch vor dem Jahr vier v. Chr.! Damals als Herodes der Große noch lebte.

Auch sein Todesjahr ist ungewiss und – wie könnte es anders sein – das Alter seines Lebens. Aber was für uns wichtig ist, kann historisch nicht bezweifelt werden: ER hat gelebt, ER hat gepredigt und seine Worte sind unvergesslich. Sie haben Geschichte geschrieben. ER ist gestorben. Wir Christen wissen es: Jesus Christus starb für mich. Jesus Christus starb für dich. Für die ganze Welt litt ER den Tod.

Mehr noch: Wir wissen JESUS lebt! ER ist bei uns alle Tage unseres Lebens. Bei mir, bei dir, bei jedem. Ubiquität heißt man das. ER kann wann immer, wo immer sein. ER, der in der Mitte steht.

ER ist der HERR. D. h. der Größte, obwohl er bestimmt nicht der Längste war, auch nicht der Kleinste, sondern von der Gestalt her ein Mann der Mitte. Seine Gestalt fiel keinem auf. Darum haben wir auch keine Beschreibung seines Aussehens. Haarfarbe, Augenfarbe, Gang, Stimme, nichts an IHM fiel auf. Doch seine Worte blieben unvergesslich. Obwohl auch sie über den Filter von Matthäus, Markus, Lukas und Johannes auf uns gekommen sind. So können Theologen darüber streiten, ob und welche „Ich bin Worte" ER sagte und welche nur Johannes hörte.

 

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